Gründung Ländlicher Credit- und Sparverein Rauenberg

1898

Bekannt ist, dass in dieser Zeit Kreditgewährung durch private Geldverleiher zu erhöhten Zinsen üblich war. Vor diesem Hintergrund ist es allzu verständlich, dass 94 Rauenberger Bürger sich am 25. Mai 1898 zusammentaten, um einen Kreditverein nach dem Vorbild Raiffeisens zu gründen.Der Gründungsversammlung folgte am 18. Juni 1898 die Generalversammlung im Gasthaus "Zum Adler". Es waren 54 Mitglieder erschienen.
Es ist in dem uns erhalten gebliebenen Protokoll vermerkt, dass als Berater Herr Landwirtschaftslehrer Stängele von der Landwirtschaftsschule Eppingen fungierte. Offensichtlich benötigte man zur Abwicklung der Regularien und zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften einen im Genossenschaftswesen erfahrenen Mann.

Bei der Generalversammlung wurde ein Vorstand gewählt; 1. Vorsitzender war Herr Bürgermeister Konstantin Rößler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied wurde Herr Valentin Lädel. Insgesamt umfasste der Vorstand 4 Mitglieder. Außerdem wurde ein sechsköpfiger Aufsichtsrat gewählt. Die Versammlung beschloss ein Statut, heute Satzung genannt.
Beim Amtsgericht Wiesloch wurden umgehend die Satzung und die Namen des Vorstandes zur Eintragung in das Genossenschaftsregister eingereicht. Am 16. Juli gab das Amtsgericht diese Einreichung mit Bemerkungen zu verschiedenen Formfehlern zurück. Am 29. Juli 1898 reichte man die Unterlagen nochmals ein und der Ländliche Credit- und Sparverein Rauenberg mit Sitz in Rauenberg hatte nun auch seine rechtliche Grundlage erlangt. 

Valentin Lädel
Valentin Lädel - Erster Rechner des Creditvereins

Entwicklung des ländlichen Credit- und Sparvereins Rauenberg

1898

Das Geschäft muss in den ersten Monaten und Jahren gut angelaufen sein. Bei der ersten Vorstandssitzung am 03.10.1898 wurden 14 Kredite mit 4.990,- Gold Mark, die sich aus Beträgen zwischen 70,- und 2.000,- Gold Mark zusammensetzten, beschlossen. Der Zinssatz betrug 4,5% oder 5,0%. Am 30.12.1898 wurden bereits 31 Kredite mit 9.528,- Gold Mark gewährt. 1903 zählte die Genossenschaft 200 Mitglieder. Im Jahre 1908 wurden bei der Bank 223.000,- Gold Mark Spareinlagen unterhalten und 237.000,- Gold Mark Darlehen gewährt. Naturgemäß ließ die Sparneigung und die Darlehensnachfrage in den Jahren des I. Weltkrieges nach. Es folgten die lnflationsjahre, in denen nur noch in Millionen, Milliarden und Billionen gerechnet wurde. 1923 befasste man sich ernsthaft mit der Liquidation der Genossenschaftsbank. Aber irgendwie muss es wieder aufwärts gegangen sein, denn bereits 1925 wurden wieder 8.700,- Gold Mark Spargelder verzeichnet und 1928 gar 40.500,- Gold Mark - und es war kein Mitgliederschwund zu verzeichnen. 

Dorfbank im Geschäftshaus von Valentin Lädel

1898

Von 1898 bis 1930 war die Dorfbank im Wohn-und Geschäftshaus des ersten geschäftsführenden Vorstandes, Valentin Lädel, heute Ecke Rotenberger- Straße/Hauptstraße, untergebracht.

Geschäftshaus von Valentin Lädel
Geschäftshaus des ersten geschäftsführenden Vorstandes Valentin Lädel

Auswirkungen des 2. Weltkrieges

1933-1987

Es folgten Jahre kontinuierlichen Aufschwungs und Gedeihens. Der II. Weltkrieg löste wieder einen gewaltigen Rückschlag in der Entwicklung der Dorfbank aus. 1948 fand die erste Generalversammlung nach dem Kriege statt. Hierbei wurde über die Jahresabschlüsse 1944, 1945, 1946 und 1947 Beschluss gefasst. Diese Generalversammlung fand am 09. Mai 1948 im Gasthaus "Zum Lamm" statt. Zu diesem Zeitpunkt muss schon der Tag der Währungsreform - 20.06.1948- bekannt gewesen sein. Offensichtlich arbeitete man bei dieser Versammlung die Reichsmark-Abschlüsse ab.
Die nächste Generalversammlung fand erst wieder am 27. September 1953 im Gasthaus "Zum Adler" statt. Es wurden die Reichsmark-DM-Umstellungsbilanz zum 21.06.1948 und die Jahresabschlüsse 1949, 1950, 1951 und 1952 vorgelegt. Das uns erhaltene Protokoll besteht aus einem Vordruck, wie ihn offensichtlich alle deutschen Banken zur Währungsreform zu verwenden hatten, in dem nur entsprechende Daten handschriftlich eingetragen sind.
Die Geschäftsguthaben wurden im Verhältnis 10 : 1 umgestellt und betrugen DM 1.945, 0. Die Rücklagen dotierten mit DM 19.954,25, so dass das gesamte Eigenkapital DM 21.899,95 betrug. Angaben über Einlagen oder Ausleihungen enthält dieses Protokoll nicht. Es müssen stürmische Jahre gewesen sein, die Jahre des sogenannten Wirtschaftswunders, denn 1954 überschritt die Bilanzsumme DM 500.000,und betrug im Jahre 1955 schon DM 673.000,-. Im Jahr 1987 folgt dann die Fusion zur Volksbank für das Angelbachtal eG.

Erstes eigenes Haus der Spar- und Darlehenskasse eGmbH Rauenberg

1956

Im Oktober 1956 bezog die Spar- und Darlehenskasse ihr erstes eigenes Haus in der Talstraße.

Geschäftsstelle in der Talstraße
Geschäftsstelle in der Talstraße

Fusion zur Volksbank für das Angelbachtal eG, Rauenberg

1987

Im Jahr 1987 fusionierte die Volksbank für das Angelbachtal eG Mühlhausen mit der Volksbank Rauenberg eG zur Volksbank für das Angelbachtal eG, Rauenberg.

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