Gründung des Vorschussverein Sinsheim

1868

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lag das Wirtschaftsleben in deutschen Landen schwer darnieder.
Vor allem der Mittelstand und der kleine Mann hatten schwer um ihre Existenz zu kämpfen. ln dringenden Notfällen, die durch Krankheit, Missernten und ähnliches eintreten konnten, gab es keine Möglichkeit, vorübergehend Geld aufzutreiben, um den Notstand zu überbrücken. Diesem Übel abzuhelfen, wurden vor etwa 150 Jahren Vorschussvereine als Selbsthilfeorganisationen gegründet.

Im Zuge dieser Neugründungen wurde am 9. März 1868 auch die Volksbank Sinsheim als Vorschussverein für den Amtsbezirk Sinsheim ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung fand im Bürgersaal des altehrwürdigen Rathauses von Sinsheim statt. Die erste Anregung für die Gründung des Vereins ging von den Vorstandsmitgliedern des Gewerbevereins unter ihrem Vorsitzer Eduard Speiser aus. 31 Mitglieder erklärten in der Gründungsversammlung ihren Beitritt.

Idee und Organisation der Vorschussvereine stammen von dem Patrimonialrichter Hermann Schulze aus Delitzsch. Auf der Grundlage der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung wies er dem Mittelstand einen Weg, sich im Zeitalter der Industrialisierung im Wirtschaftsleben zu behaupten.

Eduard Speiser
Vorsitzender des Gewerbevereins

Eintragung des Vorschussverein Sinsheim

1872

Die Eintragung des Vorschussvereins in das Genossenschaftsregister des Amtsgerichts Sinsheim wurde am 20. April 1872 vorgenommen.

Überregionale Bedeuteung des Vorschussvereins Sinsheim

1881

Schon lange vor dem 1. Weltkrieg flossen in die Kasse des Vorschussvereins Sinsheim mehr Gelder, als die heimische Wirtschaft an Krediten aufnehmen konnte. Deshalb wurden ab 1881 und in den folgenden Jahren Wertpapiere in einzelnen Posten von 10 000,- bis 80 000,- Mark gekauft; Kredite wurden hinausgelegt nach Heidelberg, Mannheim, Seckenheim, Leimen, Heilbronn, Maulbronn, Ohringen u. a. in Einzelbeträgen bis 100.000,- Mark. Sinsheim war also damals Geldüberschussgebiet und der Vorschussverein Sinsheim hatte als Kreditinstitut überregionale Bedeutung.

Im Jahre 1885 wurde auf Initiative der Organe des Vorschussvereins Sinsheim die Spar- und Waisenkasse, die Vorläuferin der heutigen Bezirkssparkasse Sinsheim, gegründet mit dem Zweck, Mündelgelder am Platz anlegen zu können. Die ersten 3 Rechner der Spar- und Waisenkasse von 1885 bis 1907 waren gleichzeitig Vorstände oder Aufsichtsräte des Vorschussvereins Sinsheim. Erst mit dem Amtsantritt des Sparkassenleiters Wilhelm Edelmann fand diese Personalunion ein Ende.

Neubeginn nach der Inflation

1923


Seit 1920 firmierte die Genossenschaft als Vereinsbank Sinsheim, doch stand diese Umfirmierung unter einem unglücklichen Stern. Die verantwortlichen Stellen in Staat und Wirtschaft standen dem Phänomen der galoppierenden Inflation hilflos gegenüber, die Druckereien arbeiteten Tag und Nacht, um die Geldscheine zu produzieren, nicht nur das Reich und die Länder, auch die Städte, darunter Bruchsal und Speyer, und die Firmen, z. B. die Firma Stilz in Sinsheim, druckten ihr eigenes wertloses Geld. Die letzte Mark-Bilanz der Vereinsbank Sinsheim betrug mehr als 442 Billiarden, das ist eine Zahl mit 15 Stellen vor dem Komma. Die letzten Einzahlungen wurden in Wäschekörben befördert. Im Herbst 1923 war der Spuk zu Ende, die Lage für die Vereinsbank trostlos. Von dem früheren Vermögen war nur 1,5% des Eigenkapitals und das Bankgebäude geblieben, geblieben war aber auch der ungebrochene Wille aller Organe, von Neuem zu beginnen. Wie schwierig der Anfang war, kann man heute kaum noch ermessen. Eine Kassenrevision am 26. März 1924 ergab einen Bestand von 1.205,90 Mark, am 2.7.1924 waren 4.915,29 Rentenmark in der Kasse.

Einhundert Millionen Mark Banknote
Aufgrund der galoppierenden Inflation gab es Banknoten in Millionenhöhe...
Gutschein über zwei Milliarden Mark
... und Gutscheine in Milliardenhöhen

Entwicklung der Volksbank Sinsheim zu einer staatlichen Bank

1924-1968

Die Volksbank Sinsheim - so firmierte die Genossenschaft seit 1943 - verlor durch die Währungsreform ihre gesamten Reserven. Im Zuge des Wiederaufbaus entwickelte sich auch in unserer Region eine florierende Konjunktur, die in einer erstaunten Mitwelt als deutsches Wirtschaftswunder bezeichnet wurde. Auch hat der ungeheure Wille der Heimatvertriebenen die heimische Wirtschaft ungemein befruchtet. Die Volksbank Sinsheim hat in den Nachkriegsjahren ihre Aufgaben gut gemeistert und sich zu einer staatlichen Bank mit einem entsprechenden Bilanzvolumen entwickelt.

Der Fortschritt hält Einzug

1951

Von der Gründung unserer Bank bis zum Jahre 1951 wurde die Buchhaltung in unserem Betrieb handschriftlich bewältigt. In jenem Jahre wurde die Maschinenbuchhaltung eingeführt und damit eine betriebsorganisatorische Entwicklung eingeleitet. Von der einfachen Buchungsmaschine ging die Entwicklung über das Lochband zur Lochkarte, als Fernziel wird uns von den Fachleuten
die Datenfernübertragung zu zentralen Rechenzentren und die maschinell lesbare Magnetschrift des Buchungsbelegs genannt.

Neubau der Filiale Sinsheim

1968

Am 9. März 1968 und damit am 100. Geburtstag der Bank wurde der Neubau am heutigen Standort bezogen, für den mit der "Reichskrone" ein Stück Sinsheimer Geschichte weichen musste. Ergänzend sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das erste Geschäftslokal der Volksbank Sinsheim seit 1868 das Nebenzimmer des Gasthauses "Zum Bären" am Fuß des Karlebuckels war. Im März 1884 wurde im Gewann Sonnenäcker ein eigenes Bankgebäude errichtet. Im Jahr 1886 wurde das Gebäude an der Friedrichstraße (heute Sparkasse) bezogen.

Neubau der Volksbank Sinsheim
Neubau der Volksbank Sinsheim
Alter Gasthof zur Reichskrone
Alter Gasthof zur Reichskrone

Fusion mit dem Darlehenskassenverein Adersbach/Ehrstädt

1972

Das in einem historischen Rückblick entscheidende Jahr, in dem der Grundstein für die Marktstellung der Volksbank Sinsheim gelegt wurde, war ganz ohne Zweifel das Jahr 1972, in dem die Fusionen mit den Raiffeisenbanken Adersbach/Ehrstädt, Dühren, Hoffenheim, Steinsfurt/Rohrbach und Waldangelloch gelangen. Dadurch hat sich die Bilanzsumme von einem auf das andere Jahr verdoppelt.

Der Verschmelzungsvertrag mit dem Darlehenskassenverein Adersbach mit dem Darlehensverein Ehrstädt fand am 18. Mai 1966 (Verschmelzungsvertrag) statt. Der Beschluss zur Fusion mit der Volksbank Sinsheim wurde am 24. Juni 1972 durch die Generalversammlung der Raiffeisenbank Adersbach/Ehrstädt gefasst. Brautgeschenk für Adersbach war ein eigenes Domizil, das im September 1974 in der Mittelstraße bezogen wurde; zuvor beschränkten sich die Geschäftsräume der Bank auf ein Zimmer eines Hauses in der früheren Brunnengasse (heute Schützenstraße). Ehrstädt verfügte demgegenüber seit 1956 nicht nur über eigene räumliche Voraussetzungen zur Abwicklung des Bank- und Warengeschäftes, sondern auch zum Betrieb einer Milchsammelstelle und einer Gefrieranlage.

Filiale Ehrstädt
Filiale Ehrstädt

Fusion mit der Volksbank Sinsheim

1972

Das in einem historischen Rückblick entscheidende Jahr, in dem der Grundstein für die Marktstellung der Volksbank Sinsheim gelegt wurde, war ganz ohne Zweifel das Jahr 1972, in dem die Fusionen mit den Raiffeisenbanken Adersbach/Ehrstädt, Dühren, Hoffenheim, Steinsfurt/Rohrbach und Waldangelloch gelangen. Dadurch hat sich die Bilanzsumme von einem auf das andere Jahr verdoppelt.

Als erste selbständige Genossenschaftsbank hat die Raiffeisenbank Hoffenheim in der Generalversammlung vom 16. März 1972 den einstimmigen Beschluss zur Verschmelzung mit der Volksbank Sinsheim gefasst. Als wesentliche Initiatoren dieser weitreichenden Entscheidung stehen die Namen Willi Flührund und Alfred Sohns stellvertretend für viele andere, die diesen Schritt positiv begleitet haben.

Fusion der Volksbank Sinsheim mit der Raiffeisenbank Dühren

1972

Das in einem historischen Rückblick entscheidende Jahr, in dem der Grundstein für die Marktstellung der Volksbank Sinsheim gelegt wurde, war ganz ohne Zweifel das Jahr 1972, in dem die Fusionen mit den Raiffeisenbanken Adersbach/Ehrstädt, Dühren, Hoffenheim, Steinsfurt/Rohrbach und Waldangelloch gelangen. Dadurch hat sich die Bilanzsumme von einem auf das andere Jahr verdoppelt.

Am 17. März 1972 stimmte die Generalversammlung der Raiffeisenbank Dühren der Fusion mit der Volksbank Sinsheim zu. Im Zuge der Verschmelzung - wie an allen anderen Plätzen - war auch rechtlich und organisatorisch die Ausgliederung des Warengeschäftes vollendet.

Filiale Dühren
Filiale Dühren

Fusion der Volksbanken Sinsheim und Waldangelloch

1972

Das in einem historischen Rückblick entscheidende Jahr, in dem der Grundstein für die Marktstellung der Volksbank Sinsheim gelegt wurde, war ganz ohne Zweifel das Jahr 1972, in dem die Fusionen mit den Raiffeisenbanken Adersbach/Ehrstädt, Dühren, Hoffenheim, Steinsfurt/Rohrbach und Waldangelloch gelangen. Dadurch hat sich die Bilanzsumme von einem auf das andere Jahr verdoppelt.

Am 7. Juni 1972 stimmte die Generalversammlung einstimmig der Verschmelzung mit der Volksbank Sinsheim zu.

Fusion der Volksbanken Sinsheim und Angelbachtal

1976

Mit überwältigender Mehrheit wurde am 17. September 1976 die Verschmelzung mit der Volksbank Sinsheim beschlossen, die zum Jahresbeginn 1977 rechtskräftig wurde. Zum gleichen Zeitpunkt wurde das Warengeschäft, das bei allen bisherigen Fusionen auf das Kornhaus Sinsheim - Bad Rappenau übertragen worden war, von der Zentralgenossenschaft Karlsruhe übernommen. Als Wegbereiter dieser Fusion seien stellvertretend für viele andere die Namen Otto Bender und Fritz Breuner genannt.

Fusion der Volksbank Sinsheim und der Raiffeisenbank Eschelbach

1979

Die letzte Fusion in den 70-iger Jahren war die Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Eschelbach im Jahr 1979, nachdem die von dem hauptamtlichen Geschäftsführer Reinhard Weindei gut vorbereitete Generalversammlung mit einer klaren Mehrheitsentscheidung den Weg zu diesem Schritt freigemacht hatte. Bis zum Jahre 1997 (Fusion mit der Volksbank Bad Rappenau) entwickelte sich die Volksbank Sinsheim ausschließlich aus der Gewinnung neuer Kunden und durch die angestammte Kundschaft zu einer großen Bank in ihrem räumlich begrenzten Einzugsgebiet.

Filiale Eschelbach
Filiale Eschelbach

Verschmelzung der Raiffeisenbanken in Angelbachtal

1977

Ein anderer anorganischer Wachstumsschub war die Verschmelzung mit den Raiffeisenbanken in Angelbachtal im Jahre 1977.

Gründung der Sinsheimer Immobiliengesellschaft

1990

Im Jahre 1990 wurde die Sinsheimer Immobiliengesellschaft mbH gegründet. Die Tätigkeitsfelder der Immobiliengesellschaft sind: Erstellung von Wohngebäuden und gemischt genutzten sonstigen Objekten als Bauträger und als Baubetreuer; Verwaltung von Grundvermögen für Dritte; Vermittlung von Immobilien und Mietobjekten.

Logo der Sinsheimer Immobiliengesellschaft
Logo der Sinsheimer Immobiliengesellschaft

125-jähriges Jubiläum in Sinsheim

1993

Im Jahr 1993 feierte die Volksbank Sinsheim ihr 125-jähriges Jubiläum. Mit einem bunten Jubiläumsprogramm und zahlreichen Veranstaltungen für die Mitglieder und Kunden der Bank wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert.

Umfirmierung in Kraichgau Immobilien GmbH

2008

Umfirmierung in Kraichgau Immobilien GmbH und Umzug an einen neuen Standort in der Carl-Benz-Straße 1, 74889 Sinsheim.

Logo Kraichgau Immobilien GmbH
Das neue Logo der Kraichgau Immobilien GmbH nach der Umfirmierung.

Wachstum der Kraichgau Immobiliengesellschaft

2014

In den Jahren von 2008 bis 2014 stieg die Entwicklung der Kraichgau Immobiliengesellschaft rasant an. Die Mitarbeiterzahl stieg von 5 Mitarbeiter auf 19 Mitarbeiter. Außerdem wurden vermehrt Bauträgerkooperationen und weniger WEG-Verwaltung getätigt. Der Ausbildungsbetrieb wurde aufgenommen und mit der Vermittlung von Gewerbeobjekten ein neuer Zweig erschlossen.

Neues Logo der Kraichgau Immobilliengesellschaft
Das Logo der Kraichgau Immobiliengesellschaft von 2009 bis 2011

Jubiläum der Kraichgau Immobiliengesellschaft

2015

Im Jahre 2015 feierte die Kraichgau Immobiliengesellschaft ihr 25-jähriges Bestehen. In 25 Jahren wurden insgesamt ca.  880 Wohnungen, 484 Gewerbeobjekte, 1.050 Häuser und 210 Grundstücke vermittelt.

Aktuelle Logo
Das seit 2011 aktuelle Logo der Kraichgau Immobiliengesellschaft

Fusion der Volksbanken Sinsheim-Bad Rappenau und Eppingen zur Volksbank Kraichgau

2001

Die Volksbank Sinsheim-Bad Rappenau fusionierte im Jahr 2001 mit der ehemaligen Volksbank Eppingen zur Volksbank Kraichgau. Mit 96% der Eppinger Volksbank-Vertreter Stimmen wurde am 27. April 2001 der Zusammenschluss der Volksbank Eppingen mit dem Partnerinstitut Sinsheim/Bad Rappenau geebnet. Durch die Fusion der beiden Volksbanken zur ,,Volksbank Kraichgau“ entstand eine Genossenschaftsbank mit 26 539 Mitgliedern, 307 Mitarbeiter und 30 Zweigstellen. Die Eppinger Volksbank-Vertreter waren sich einig, dass eine Fusion der Banken für die ,,wirtschaftliche Gesundheit“ der ländischen Kreditgenossenschaft zwischen den Ballungsräumen Heidelberg, Heilbronn und Karlsruhe zugutekommt. Mit einer ,,neuen“ Bilanzsumme von 1,9 Milliarden Mark war man sich im Kraichgau sicher dem wachsenden Wettbewerbsdruck entgegenhalten zu können.

Eppinger Bankführung
Aufsichtsrat Kurt-Otto Michael sowie die Vorstandsmitglieder Wolfgang Bartsch und Wilhelm Rau mit Oberprüfer Franz Prokosch vom Badischen Genossenschaftsverband (von links)

Erste Gespräche zu einer möglichen Fusion der Volksbanken Kraichgau und Wiesloch

2008

Es finden erste Gespräche zu einer möglichen Verschmelzung der Volksbanken Kraichgau und Wiesloch statt.

Fusion zur Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim eG

2010

Ein bedeutsamer Tag für die Bank ist der 04. Juni - die Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim eG wurde in das Genossenschaftsregister eingetragen - damit ist die Verschmelzung der beiden Banken vollzogen. Es entstand damit eine Genossenschaftsbank mit über 620 Arbeitsplätzen, 30 Auszubildenden und 48 Filialen. Zur Bekanntgabe hatten die Vorstände einen symbolischen Ort ausgesucht: das Wasserschloss in Eichtersheim, wo sich die beiden Geschäftsgebiete damals schon überschnitten. Die „neue“ Volksbank belegte mit einer Bilanzsumme von 2,4 Milliarden einen der vorderen Plätze der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Baden-Württemberg und bundesweit.

Einzugsgebiet und Zahlen
Das Geschäftsgebiet der neu fusionierten Voksbank Kraichgau
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